by admin-sabrina

Liquidity Mining

Ähnlich wie das Staking zählt Liqudity Mining zu dem Sektor DeFi – Decentral Finance. Durch das Bereitstellen deiner Coins, kannst du außergewöhlich hohe Zinsen erlangen. Nicht selten befindet sich der jähliche Zins hier bei über 100%. Doch wie genau funktioniert das und bringt die hohe Rendite auch hohes Risiko mit sich?

Was ist Liquidity Mining?

Beim Liquidity Mining stellst du einer dezentralen Börse deine Coins zur Verfügung. Da niemand freiwillig und ohne eigenen Vorteil die Coins verleihen würde, wird den Investoren eine hohe Rendite geboten. Diese setzt sich aus zwei Geldquellen zusammen:

Die erste Quelle ist das Proof of Stake Prinzip: Identisch wie beim Staking wird durch das vorübergehende Sperren und Bereitstellen von Coins das Netzwerk unterstützt. Je höher die Anzahl der Coins ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Algorythmus diesen Pool zum Proof of Stake auswählt. Daraufhin werden Coins als Belohnung ausgeschüttet und an die Gemeinschaft weitergegeben.

Die zweite Einkommensquelle ist der Handel auf der dezentralen Börse mit Kryptowährungen. Die dezentrale Börse bietet jedem die Möglichkeit ähnlich wie auf zentralen Börsen wie Binance, Kryptowährung zu kaufen und verkaufen. Für jede Tranaktion wird dem Kunden eine Servicegebühr berechnet.

Die Proof of Stake Einnahmen und die Transaktionsgebühren ergeben letztendlich die außergewöhnlich hohe Rendite. Wenn man also der DEX seine Coins zur Verfügung stellt bekommt man am Ende ein Stück vom Kuchen. Die Höhe deiner Redite hängt vom Projekt und deinem prozentualen Anteil am Pool ab. Je mehr du zur Verfügung stellst, desto mehr Rewards bekommst du selbstverständlich.

Was ist eine dezentrale Börse?

Eine dezentrale Börse (Kurzform: DEX) ist, wie der Name bereits verrät, eine dezentrale Handelsplattform. Die Börse ist ein Zusammenschluss aus vielen einzelnen Investoren und läuft ausschließlich über die Blockchain. Im Gegensatz zu einer zentralen Börse wie Binance, Coinbase und co. gibt es keine höhere Instanz. Kein Unternehmen, keine Bank oder keine einzelne Person kann das Projekt beeinflussen oder manipulieren.

Schauen wir uns doch erstmal an, wie eine Transaktion bei einer zentralen Börse (Binance, Coinbase…) abläuft:

Eine Person entscheidet sich dazu einen Bitcoin zu verkaufen. Dafür geht man auf die gewünschte Börse und vergleicht die dort vorgegeben Kurse. Überlicherweise wird anhand dieser Preise entschieden, wie der Bitcoin letztendlich angeboten wird. Der Kurspreis liegt bei 10.000€, unser Verkäufer entscheidet sich, den Bitcoin für 10.100€ anzubeiten. Findet sich nun ein Käufer wird die Transaktion ausgeführt. Die zentralen Börsen sind vergleichbar mit dem klassischen Banksystem. In einer zentralen Datenbank werden dem Nutzer die Transaktionen zugeordnet. Eine Blockchain wird in diesem Fall nicht verwendet. Für bereitgestellten Services behält sich die Börse daraufhin eine Transaktionsgebühr von etwa 0,1% ein.

Wie funktioniert die DEX?

Auf der dezentralen Börse gibt es kein Orderbuch, hier wird ausschließlich mit einem Liquidity Pool gehandelt. Der Liquidity Pool ist ein Geld- bzw. Coinspeicher. Dieser Speicher wird durch eine Gemeinschaft von Investoren gegen entsprechende Entlohnung befüllt. Der Liquidity Pool muss immer aus zwei Coins, einem so genannten Coin-Paar, bestehen. Ein Beispiel für ein Coinpaar wäre Bitcoin (BTC) und Tether (USDT), grundsätzlich können aber alle Kryptowährungen miteinander gepaart werden.

Der Pool besteht aus zwei Seiten, in unserem Beispiel BTC und USDT. Auf der DEX wird kein Kurs vorgegeben, die Preise entstehen durch Vergleich und Abitragierung des Coinpaares. In unserem Pool sind aktuell 10 Bitcoin und 100.000 USDT. Da beide Seiten den gleichen Wert haben, bedeutet das nun, dass 1 Bitcoin auf der DEX aktuell einen Wert von 10.000 USDT hat. Möchte man nun 1 BTC kaufen, muss man der DEX 10.000 USDT hinzufügen.

Für eine kurze Zeit besteht nun ein ungleichgewicht auf der Börse. Es sind nun 9 Bitcoin und 110.000 USDT im Moneypool. Soganannte Abitragetrader nutzen nun ihre Change, gleichen die beiden Seiten wieder aus und sichern sich so Abitragegewinne. Die Peer-to-Peer Börse bleibt so ständig im Gleichgewicht und das ohne Manipulierung und Beeinflussung durch höhere Instanzen.

ACHTUNG: Unser Beispiel ist zum einfachen Verständnis mit geringen Summen dargestellt. In der realität sind die Pools meist in Millionen oder sogar Milliardenhöhe. Ein einzelner Trade kann nicht so ein enormes Ungleichgewicht auslösen.

Wie genau funktioniert nun Liquidity Mining?​

Möchtest du dich nun an diesem Liquidity Pool beteiligen und entsprechende Rewards erhalten, musst du der DEX zwei Coins zur Verfügung stellen. Dies ist wichtig, da das Gleichgewicht des Coinpaars, wie oben beschrieben, beibehalten werden muss. Wir fügen einem Liquidity Pool von 9 BTC und 90.000 USDT nun 1 Bitcoin und 10.000 Tether hinzu. Unser Anteil am Pool sind nun 10%. Anhang eines Smart Contracts wird die Einlage festgehalten und transparent auf der Blockchain abgelegt. So ist automatisch registriert und für jeden ersichtlich und, dass wir nun 10% der erhaltenen Rewards bekommen werden. Pro neuen Block auf der Blockchain werden die Rewards entsprechend ausgeschüttet.

Was ist APR und APY?

Wer sich über Liquidity Mining informiert wird früher oder später auf die kürzel „APR“ und „APY“ stoßen. Was zuerst fast gleich klingt, ergibt aber einen deutlichen Unterschied.

APR

APR steht für annual percentage rate, zu deutsch: Effektiver Jahreszins. Es handelt sich hierbei um den Zins, den du pro Jahr berechnet auf dein Grundkapital bekommst.

Du entschiedest dich einer DEX insgesamt 1000€ zur Verfügung zu stellen. Die DEX versichert dir dafür einen APY von 100%.
Angenommen, der Kurs bleibt gleich, werden so aus deinen 1000€ in einem Jahr 2000€.

APY

APY steht für annual percentage yield, zu deutsch: Prozentualer Jahreszins. Der Prozentuale Jahreszins berücksichtigt im Unterschied zum effektiven Jahreszins das Reinvestieren deiner neu gewonnenen Coins. 

Beim Liquidity Mining werden abhängig von der DEX, entsprechende Rewards pro Block regelmäßig ausgeschüttet. Reinvestierst du diese Erträge sofort wieder ins Liquidity Mining, verändert sich dein Grundwert deiner Verzinsung. Der Fachbegriff im Kryotobereich ist hier „Compounding“.

Hast du beispielsweise ursprünglich 1000€ investiert, sind es bereits am nächsten Tag 1001€. Auf diesen neuen Grundwert bekommst du bereits am folgenden Tag erhöhte Zinsen. Bekannt ist das auch als der Zinses-zins-Effekt.

Diese Begriffe sind einem eventuell in der Schule oder bei einem Kreditabschluss schon einmal begegnet. Beim Liquidity Mining kann das einen deutlichen Unterschied auslösen. Verspricht die DEX 100% APY ist das reinvestieren deiner Coins bereits im Wert berücksichtigt. Werben Sie jedoch mit APR, so kannst du durch regelmäßiges investieren einen deutlich höheren Zinssatz in einem Jahr erzielen.

 

Was ist ein Impermanent Loss?

Der Impermanent Loss ist eines der Risiken des Liquidity Minings. Da es sich hier um ein sehr komplexes Risoko handelt, veranschaulichen wir es am folgenden Beispiel:

Wir sehen einen ausgegleichenen Liquidity Pool. Der Kurs von Bitcoin (BTC) und Tether (USDT) ist jeweils bei 1$, entsprechend ist auch die Menge der beiden Coins identisch.

Der BTC Kurs ist stark gestiegen. 1 BTC hat nun einen Wert von 2$, der Stablecoin USDT ist jedoch nach wie vor bei einem Wert von 1$. Es herrscht nun ein enormes ungleichgewicht in unserem Liquidity Pool.

Ungleigewichte werden von Tradern gerne ausgenutzt und abitragiert (ausbalanciert). Hierfür wird dem Pool Bitcoin entnommen und USDT hinzugefügt. Und genau hier passiert der impermanent loss. Der stark performende BTC wird weniger und fließt zum Ausgleich in den schwächeren USDT. Der impermament loss kann somit bei unterschiedlich performenden Coins deine Gewinne bremsen.

Die beiden Seiten sind nun wieder im Gleichgewicht, jedoch besitzt du nun weniger BTC und dafür mehr USDT.

Bei fallenden Kursen, kann sich der Pool aus zwei Coins jedoch auch bremsend auf deine Verluste auswirken. Wenn einer der beiden Coins besser performt, fängt dieser deine Verluste etwas auf. Vergleicht man das mit Staking, so setzt man alles auf eine Karte bzw. einen Coin. Durch Liquidity Mining schafft man sich also eine kleine Diversivizierung deiner Coins.

Zusammengefasst kann man sagen, dass man das Risoko des impermanent loss auf keinen Fall unterschätzen darf. Vorallem bei zwei sehr unterschiedlich performenden Coins, wie in unserem Beispiel mit einem Currency Coin (Bitcoin) und einem Stable Coin (Tether) können Gewinne stark gebremst werden. Ob sich das Liquidity Mining mit den entsprechenden Rewards lohnt, muss individuell betrachtet werden.

Zu empfehlen ist, zwei ähnlich performende Coins im Liquidity Mining zu hinterlegen. So findet möglichst wenig Abitragierung statt, was das Risiko auf einen impermanent loss deutlich reduziert.

Das Fazit: Hohe Rendite für Fortgeschrittene

Der größte Vorteile des Liquidity Mining ist definitiv die hohe Rendite für relativ wenig Aufwand. Bei einem hohen jahrlichen Zinssatz und dank einer regelmäßigen Ausschüttung bekommt man schnell ein beträchtliches passives Einkommen. Die Auszahlung in Coins steigert kontinuierlich dein Portfolio und bei zusätzlich steigenden Kursen vermehrt sich dein Vermögen expotentiell.

Wir würden Liquidity Mining aber nur Fortgeschrittenen oder gut informierten Kryptoinvestoren empfehlen. Fast täglich erscheinen neue Projekte, welche mit extrem hohen Zinssätzen werben. Da sich grundsätzlich jeder eine eigene Kryprowährung erstellen kann, sind viele schwarze Schafe unter den Projekten. Nicht selten investieren Neulinge oder Uninformierte in Betrüger und verlieren unwiederbringlich ihr Vermögen.

Bekannte Defi Projekte mit Liquidity Mining

Welche Liduidity Pools gibt es?

Hierbei handelt es sich um keine Finanzberatung, ausschließlich um eine Vorstellung bekannter DEFI Projekte. Wir haben die Projekte vorab ausführlich getestet und begutachtet, sind jedoch für die Sicherheit und Zuverläassigkeit dieser Projekte nicht verantwortlich. Aus diesem Grund bitten wir dich, eigenständig weitere Informationen einzuholen und nur Geld zu investieren, das auch verloren gehen kann.

DeFiChain

DeFiChain ist eine auf Bitcoin basierende Blockchain. Auf der DEX können Coins wie Bitcoin, Ether, USDT und USDC sowie DFI und DOGE gehandelt werden. DeFiChain bietet einige Liquidity Pools mit Renditen bis zu 100% APR. Eine starke Communitiy und einfache Bedienung hat uns hier besonders überzeugt.

PancakeSwap

PancakeSwap ist eine auf Ethereum basierende DEX. Als eine der größte dezentralen Börsen hat Pancake eine Vielzahl von verschiedenen Liquiditiy Pools mit Renditen bis zu 90%. Einfache Handhabung und ein ansprechendes Design überzeugten uns sofort.

SushiSwap

Auch SushiSwap gehört zu den größten DEXes der Welt. Mit über 150 Liquidity Pools hat Sushi mit die größte Auswahl zum Liquidity Mining. Das Projekt auf Basis der Ethereum Blcokchain ist sehr verankert und benutzerfreundlich.

UniSwap

UniSwap basiert ebenfalls auf der Ethereum Blockchain. Diese dezentrale Börse zählt zu den bekanntesten Weltweit. Durch ständige Weiterentwicklung und Verbesserung gehört diese Dex definitiv zu den sichersten DEFI Projekten auf dem Markt.

1Inch

1Inch ist ebenfalls eine DEX basierend auf der Ethereum Blockchain.Das besondere an 1Inch ist das Mitspracherecht der Community. Nutzer können demokaratisch mitbestimmen, welche Änderungen ausgeführt werden sollen oder nicht.